Sprenghemmende Fassade Sälzer20.02.17: Bei der Absicherung mit „sprenghemmenden“ Folien wird üblicherweise lediglich eine Folie (ggf. auch mehrlagig) auf die Verglasungsinnenseite aufgezogen; die anderen Bestandteile der Tür, des Fensters oder der Fassade sind weiterhin ungesichert. Während einer Explosion werden extreme Kräfte freigesetzt. Bei einem Explosionsdruck von z.B. 0,1bar wirkt eine Last von umgerechnet rund einer 1t/m2 auf das Element. Um diesem Druck zu widerstehen, muss das Komplettelement sprengwirkungshemmend konstruiert sein. Werden nur Schutzfolien auf die Verglasung aufgezogen, werden die ansonsten ungesicherten und nicht für so einen starken Druck konstruierten Elemente auf vielfältige Weise versagen:

  • Die von der Folie zusammengehaltene Verglasung kann als Komplettverbund aus der Rahmenkonstruktion gedrückt werden.
  • Bei Fenster- und Türflügel ohne stabile Verriegelungen können die Beschläge nachgeben und die Flügel werden herausgerissen.
  • Blendrahmen, Türzargen und vor allem Fassadenkonstruktionen können statisch nicht standhalten, brechen und dringen in den Innenraum ein. 
  • Montagematerialien wie z.B. Dübel oder Montageschrauben sind unterdimensioniert und können abscheren; das Element inkl. Rahmen wird aus der Verankerung gerissen.

In allen Fällen wird durch die Folie lediglich ein „Splitterschutz“ erzielt, dieser Schutz ist jedoch völlig unzureichend. Das eigentliche Absicherungsziel wird nicht erreicht. Nach wie vor besteht die Gefahr, dass bei einer Explosion die Druckwelle in das Gebäude gelangt, dabei Trümmerteile von der Gebäudehülle mitreißt und diese unkontrolliert ins Innere schleudert. Das Risiko schwerer oder sogar tödlicher Verletzungen für Personen im Gebäudeinneren wird durch diese Art von Folien nur minimal verringert.

SÄLZER produziert ausschließlich komplett sprengswirkungshemmende Gesamtkonstruktionen. Die einzelnen Bauteile der Fenster, Türen und Fassaden, wie z.B. Rahmen, Flügel, Verglasung, Verriegelungen sind alle sprengwirkungshemmend konstruiert, so dass das gesamte Element der enormen Druckwelle bei einer Explosion standhält. Die Komplettelemente werden im Freilandtest unter realen Bedingungen geprüft. Auch die Einbausituation wird im Test der Realität nachempfunden, die Elemente werden entweder in Mauerwerk, Beton oder in eine Stahlkonstruktion montiert. Siehe hierzu das Foto einer Aluminium-Pfostenriegelkonstruktion nach bestandenem Sprengtest mit einer Sprengladung von 500kg. Das Testergebnis hat den Zusatz NS = kein Splitterabgang (GSA2), das bedeutet dass im Ernstfall bei einer Explosion noch nicht einmal Splitter vom Glas oder von den Profilen in das Rauminnere fliegen, die Menschen verletzen könnten.